Zusammenfassung

Kostengünstigeres Biosimilar erreicht Behandlungsziele bei KrebspatientInnen, die aufgrund einer zytotoxischen Chemotherapie an Blutarmut leiden

Artikeltitel: BiOsimilaRs in the management of anaemia secondary to chemotherapy in HaEmatology and Oncology: results of the ORHEO observational study

Zitat: Michallet M et al. BMC Cancer 2014;14:1503

Erscheinungsdatum: Juli 2014

Anämie ist eine häufige Komplikation der Chemotherapie bei KrebspatientInnen. Biosimilare Epoetine können den Hämoglobinspiegel (Hb) wiederherstellen, die Müdigkeit verringern und die Notwendigkeit von Bluttransfusionen für diese PatientInnen verringern.

Chemotherapie-induzierte Anämie (CIA) ist eine unerwünschte Folge der myelosuppressiven Chemotherapie bei einer Vielzahl von Krebsarten und wird unabhängig davon mit einer verringerten Überlebensdauer in Verbindung gebracht. Eine unterstützende Therapie, die zu einer erfolgreichen Erhöhung des Hb-Wertes führt, kann jedoch die Müdigkeit lindern und die Lebensqualität von PatientInnen mit CIA verbessern. Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe (ESAs) wie Epoetine sind Biologika, die zur nachhaltigen Korrektur der Anämie und der daraus resultierenden Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt werden. Ziel dieser realen Beobachtungsstudie nach der Marktzulassung war es, die Reaktion bzw. die Normalisierung des Hb-Wertes bei CIA-PatientInnen mit soliden Tumoren, Lymphomen oder Myelomen zu beobachten, die mit einmal wöchentlichen subkutanen Dosen von biosimilarem Epoetin behandelt wurden.

Ergebnisse

Von den 2333 PatientInnen, die an über 200 teilnehmenden Zentren eingeschlossen wurden, sprachen mehr als 80 % der PatientInnen innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der biosimilaren Epoetin-Therapie an, und fast 90 % der PatientInnen sprachen innerhalb von 6 Monaten nach Behandlungsbeginn an. Ähnliche Ergebnisse wurden bei PatientInnen mit soliden Tumoren, einschließlich Brust- und Lungenkrebs und hämatologischen Malignomen, beobachtet. Bei den Respondern betrug die durchschnittliche Zeit bis zum Erreichen des Ziel-Hb-Wertes 80 Tage. Insgesamt traten bei 17 % der PatientInnen mindestens ein unerwünschtes Ereignis auf, darunter seltene Fälle von Thromboembolien. Antithrombotika waren bei 12 % der PatientInnen erforderlich. Es wurden keine unerwarteten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse festgestellt.

Obwohl ESA-Biosimilars bekanntermaßen kosteneffizienter in der Behandlung von CIA sind, sollten sich ÄrztInnen nicht verpflichtet ffühlen, biosimilares Epoetin aus reinen Kostengründen zu verschreiben. Diese Beobachtungsstudie unter klinischen Bedingungen ist ein weiterer Beleg für die Sicherheit und Wirksamkeit von biosimilaren-ESA-Epoetin bei PatientInnen mit CIA.

Wichtige Erkenntnisse

Epoetin-Biosimilars haben die Lebensqualität vieler PatientInnen durch einen Anstieg des Hb-Wertes innerhalb von 3-6 Monaten nach Therapiebeginn verbessert. Diese Beobachtungsstudie, die unter klinischen Bedingungen durchgeführt wurde, untermauert die Sicherheit und Wirksamkeit der Verschreibung von Epoetin-Biosimilars.

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