Zusammenfassung

Bioäquivalenz in der ersten Populations-PK-Analyse für ein Bevacizumab-Biosimilar auf der Grundlage einer vergleichenden klinischen Studie bei Krebspatienten bestätigt

Artikeltitel: Population pharmacokinetic modeling of PF-06439535 (a bevacizumab biosimilar) and reference bevacizumab (Avastin®) in patients with advanced non-squamous non-small cell lung cancer

Zitat: Li CSW et al. Cancer Chemother Pharmacol 2020;85:487-99

Erscheinungsdatum: November 2019

Zusammenfassung veröffentlicht: August 2021
Die Bioäquivalenz von Biosimilars mit ihrem biologischen Referenzpräparat muss laut den Zulassungsbehörden durch umfassende klinische Studien nachgewiesen werden. Als Teil dieses Prozesses wurde in dieser Studie die Vergleichbarkeit eines Bevacizumab-Biosimilars mit seinem Originalpräparat hinsichtlich der PK-Werte mit Hilfe eines validierten Computersoftwaremodells bewertet.

Bevacizumab ist ein rekombinanter monoklonaler Antikörper, der die Angiogenese hemmt, d. h. die Bildung neuer Blutgefäße, die für das Wachstum und das Überleben eines Tumors notwendig sind. Es wird zur Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt, darunter nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC). Nach der Freigabe des Originalprodukts Bevacizumab hat PF-06439535 (ZibarevTM), ein Bevacizumab-Biosimilar, ein umfangreiches Entwicklungsprogramm mit analytischen, präklinischen und klinischen Studien durchlaufen.

In der klinischen Anwendung wird Bevacizumab entsprechend dem Körpergewicht dosiert und mit einer konstanten Rate intravenös verabreicht. Danach wird das Antikörperpräparat systemisch auf die Körperkompartimente verteilt, entfaltet seine therapeutische Wirkung, wird durch Enzyme abgebaut und schließlich ausgeschieden. Diese Prozesse werden durch zwei pharmakokinetische (PK) Parameter veranschaulicht, die Arzneimittel-Clearance (CL) und das Verteilungsvolumen (V1), die für zwei biosimilare Arzneimittel die gleichen Werte haben sollten.

Mögliche PK-Unterschiede zwischen dem Biosimilar und dem Referenzmedikament, die sich aus einer umfassenden Vergleichsstudie ergaben, wurden mithilfe eines Populationsmodellierungsansatzes untersucht. In dieser randomisierten klinischen Studie wurden Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) entweder mit PF-06439535 oder mit Bevacizumab aus der Europäischen Union (Bevacizumab-EU) behandelt, beide mit vier bis sechs Zyklen einer begleitenden Chemotherapie, und ein Jahr lang beobachtet. Vor und nach jedem Zyklus wurden Serumproben entnommen, um die Konzentration von Bevacizumab (PF-06439535 oder Bevacizumab-EU) mittels ELISA zu analysieren. Die Daten wurden gepoolt und mit einem validierten Populations-PK-Modell unter Verwendung einer maßgeschneiderten Computersoftware analysiert.

Im Allgemeinen reproduzierte das Modell erfolgreich die beobachteten longitudinalen Bevacizumab-Konzentrations-Zeit-Profile für den gesamten Patientenpool. Das Modell bestätigte, dass es keine nennenswerten Unterschiede bei CL und V1 zwischen PF-06439535 und Bevacizumab-EU bei Patientinnen mit NSCLC gab. Diese Ergebnisse untermauern weiter den Nachweis der PK-Ähnlichkeit zwischen dem Biosimilar PF-06439535 und dem Referenzarzneimittel Bevacizumab.

Wichtige Erkenntnisse

Das Bevacizumab-Biosimilar PF-06439535 wies im Vergleich zum Referenzprodukt keine klinischen Unterschiede bei der Ausscheidung oder beim Verteilungsvolumen auf.

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